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Faktencheck zu den Aussagen von Roland Leroux in der Allgemeinen Zeitung vom 18.01.2018

Am heutigen 18.01.2018 meldete sich Roland Leroux, Präsident des Basketballverband Rheinhessen, in der Allgemeinen Zeitung zu unserem offenen Brief vom 13.01.2018 zu Wort. Wieder zieht er das Gespräch mit der Presse einer persönlichen Aussprache mit unserem Verein vor. Der gesamte Artikel lässt sich hier nachlesen. Wir haben zu seinen Aussagen einen kleinen Faktencheck erstellt:

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Aussage

Fakt

“Der Förderverein, der nicht am Spielbetrieb teilnimmt, und der Verband hätten den gleichen Zweck, meint Leroux: die Förderung des Basketballs. „Eine Aufnahme macht keinen Sinn, denn wir hätten davon nichts. Wir leben von den Spielen.“

1. Richtig ist, dass die Satzung des BFM im §2 Abs. 1 unseren Zweck in der Förderung des Sport „Basketball“ sieht. Richtig ist aber auch, dass wir ein Verein und kein Verband sind. 

 

2. In fast allen Mitgliedsvereine des BBVR ist diese Formulierung Bestandteil der Satzung. In Mehrspartenvereinen ist der Zweck des Vereins natürlich auf die konkrete Abteilung anzupassen. Zu Verdeutlichung haben wir hier lediglich 3 Vereine aufgeführt:

ASC Mainz, §2 Abs. 2: Zweck des Vereins ist die Förderung des Volkssports“[1], konkret: die Förderung des Basketballs.

SC Lerchenberg, §2:Der Zweck des Vereins ist die Förderung des Sports[2], konkret: die Förderung des Basketballs.

Turngemeinde 1847 Ingelheim, §1: Der Satzungszweck wird insbesondere durch die Förderung sportlicher Übungen und Leistungen verwirklicht.“[3], konkret: die Förderung des Basketballs.

 

2. Abbildung 2 zeigt eine Matrix, die unsere Aktivitäten denen des BBVR gegenüberstellt.

 

Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass der BFM als Verein gar nicht in der Lage ist den gleichen Zweck wie der BBVR als Verband zu verfolgen. Die Gegenüberstellung der Satzungen bestätigt das.

Roland Leroux sagt zur nicht vorhandenen Erklärung, dass das Protokoll der BBVR-Vorstandssitzung noch nicht ausgefertigt sei. 

Die Ablehnung unseres Antrags auf Aufnahme im BBVR wurde am 05.01.2018 bei der Vorstandsitzung des BBVR beschlossen. Am 08.01.2018 haben wir von Herrn Leroux die Mitteilung erhalten, dass unser Antrag einstimmig abgelehnt wurde. Eine Begründung enthielt die Absage nicht. Herr Leroux meinte, die Begründung folgt, wenn das Protokoll der Vorstandssitzung beschlossen ist.

 

Obwohl dem BFM die Begründung bis zum heutigen 18.01.2018 noch nicht offiziell in einer persönlichen Form (E-Mail, Anruf) mitgeteilt wurde, äußerte sich Herr Leroux sowohl am 13.01.[4] als auch am heutigen 18.01.2018[5] im Detail gegenüber der Allgemeinen Zeitung zur Begründung.

 

Der BFM hat demnach die Gründe für die Ablehnung nur aus der Presse erfahren. Herr Leroux darf sich offenbar gegenüber der Presse äußern, aber nicht gegenüber dem Antragsteller, unserem Verein.

Mit einer Aufnahme des Fördervereins in den BBVR öffne man aber auch anderen Institutionen den Weg in den Verband, sagt Leroux und zieht Vergleiche zu Fitnessstudios oder Fußballschulen: „Der DFB nimmt auch nicht jede Fußballschule auf.“

 

Was mit anderen Institutionen gemeint ist, bleibt unklar. Bezogen auf Fitnessstudios und Fußballschulen kann jedoch folgendes festgestellt werden:

1. Der BFM ist keine Fußballschule, sondern ein Basketballverein. Wir möchten nicht Mitglied im DFB werden, sondern im BBVR.

2. Die Satzung des BBVR[6] sieht vor, dass nur gemeinnützigen Vereine Mitglied des Verbands werden können. Fitnessstudios sind keine gemeinnützigen Vereine. Demnach können sie auch nicht Mitglied im BBVR werden.

3. In Mainz existieren zwei große Fußballschulen, die des TSV Schott[7] und die von Mainz 05[8]. Beide sind keine eigenständigen Vereine, sondern Abteilungen innerhalb des jeweiligen Vereins. Diese Vereine sind selbstverständlich über die jeweiligen Fußballverbände Mitglied[9] im DFB.

 

4. Davon abgesehen gibt es noch Fußballschulen die von Privatpersonen [10], z.B. erfahrenen Trainern gegen Gebühr betrieben werden. Diese werden aber dann nicht als Verein, sondern als Gewerbe geführt. Die Mitgliedschaft eines Gewerbebetriebs in einem Sportverband, wie z.B. dem BBVR, ist nicht möglich. 

 

Zusammengefasst haben diese Beispiele weder einen Bezug zum BBVR noch zum BFM.

Roland Leroux erklärt dazu: „Damit sind Freizeitsportler gemeint, die auch mal an Turnieren teilnehmen. Hätte der Förderverein eine Freizeitmannschaft, sähe das alles ganz anders aus.“

1. Die passive Mitgliedschaft regelt der BBVR [11] in §5 Abs. 4 seiner Satzung. Dort heißt es:

 

„Passive Mitglieder sind Mitglieder, die mit keiner Mannschaft am Spielbetrieb teilnehmen.“

 

Dass damit Freizeitsportler gemeint sind, geht daraus nicht hervor. Eine Definition von Freizeitsportler findet sich in der Satzung ebenfalls nicht.

 

2. Der BFM hat dem Geschäftsstellenleiter und Rechtswart des BBVR, Herrn Harald Reinhard, ebendieses Vorhaben am 24.02.2016[12] mitgeteilt.

 

In einer Mail haben wir die Gründung unseres Vereins angekündigt und um Informationen und Unterstützung beim Beitritt zum BBVR gebeten.

Wörtlich heißt es in unserem Schreiben:

 

„(…) Dabei möchten wir nicht als Konkurrent zu anderen Vereinen auftreten; wir haben uns deshalb entschlossen nicht

am Spielbetrieb innerhalb des DBB teilzunehmen. Vielmehr sehen wir unsere zukünftige Aufgabe darin, gezielte

Förderangebote in Form von "offenen Trainingseinheiten", "Fördertrainigs" "Veranstaltungen zur Überbrückung

der Offseason" und die "Teilnahme/Ausrichtung von Basketballturnieren" zu schaffen.“

 

Demnach kann man sagen, dass die Summer der BFM Mitglieder die Freizeitmannschaft sind.

Für den BFM geht es aber auch um Zuschüsse und Reputation.

 

1. Zuschüsse[13] werden durch den Sportbund vergeben. Für unseren Verein ist es unwesentlich ob wir Zuschüsse über den Basketballverband erhalten oder durch einen anderen Verband dem wir uns anschließen (z.B. dem Turnerbund).


2. Die Mitgliedschaft in einem Verband führt nicht zwangsläufig zu einer höheren Reputation.

 

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es für den Bezug von Zuschüssen egal ist, ob wir Mitglied im BBVR oder einem anderen Verband innerhalb Sportbund Rheinhessen sind. Wie es durch eine Mitgliedschaft im BBVR zu einer höheren Reputation für unseren Verein kommen sollte, ist uns nicht klar.

 

Unabhängig davon bleibt unklar, was falsch daran ist, an Zuschüssen und einer besseren Reputation interessiert zu sein. Andere BBVR-Mitgliedsvereine beziehen auch Zuschüsse[14] und betreiben Maßnahmen um ihre Reputation[15] zu erhöhen.

 

 

 



[1] http://www.asc-theresianum-mainz.de/ckfinder/userfiles/asc-theresianum-mainz.de/files/ASC-Satzung(1).pdf

[2] http://www.sc-lerchenberg.de/index.php/verein/satzung

[3] https://tgni.simigos.com/content/textpages/1585

[4] http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/lokalsport/basketball/mainz/roland-leroux-im-bilanz-gespraech-basketball-verband-unterstuetzt-die-djk-nieder-olm_18448487.htm

[5] http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/lokalsport/basketball/mainz/rheinhessischer-basketballverband-verweigert-basketball-foerderverein-mainz-mitgliedschaft_18459591.htm

[6] http://www.bbvr.de/satzung/

[7] http://tsvschott.de/fussballschule/ sowie Anruf bei der Geschäftsstelle vom 18.01.2018

[8] https://fussballschule.mainz05.de/ sowie Anruf bei der Geschäftsstelle vom 18.01.2018

[9] http://www.swfv-mainz-bingen.de/kreishomepage/Kreis-Mainz-Bingen/Vereine/

[10] Als Beispiel: http://anstoss-fussballschule.de/impressum

[11] http://www.bbvr.de/satzung/

[12] Abb. 1

[13] https://sportbund-rheinhessen.de/aufgaben-2/zuschusse/

[14] z.B. ASC Theresianum sowie SC Lerchenberg für Fahrten nach Wien

[15] z.B. http://www.tgn-ingelheim-basketball.de/

 

Abbildung 1

Abbildung 2