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Offener Brief an Roland Leroux, Präsident des Basketballverband Rheinhessen

An
den Präsidenten des Basketballverband Rheinhessen
Herrn Roland Leroux

 

 

Offener Brief zu Ihrem Zeitungsinterview in der Allgemeinen Zeitung
vom 13.01.2018                                                                                                                                                                                             

 


Sehr geehrter Herr Leroux,

 

am 24.08.2017 hat der Basketball Förderverein Mainz e.V. (BFM) um Beitritt in den Basketballverband Rheinhessen ersucht. Am 08.01.2018 haben wir von Ihnen die Mitteilung erhalten, dass sich der Vorstand des BBVR einstimmig gegen eine Aufnahme unseres Vereins in den Verband entschieden hat. Eine Begründung enthielt Ihre Ablehnung nicht. Am heutigen 13.01.2018 lesen wir in der Allgemeinen Zeitung ein Interview mit Ihnen, in dem Sie die Entscheidung, uns nicht in den Verband aufzunehmen, wie folgt erklären:

 

„Er ist uns kein Dorn im Auge, aber er passt nicht zu uns. Der BBVR ist gegründet worden, um geordnete Spielrunden durchzuführen. Parallel dazu hat man Auswahl- und Fördertraining gemacht und den Ausbildungsleitfaden des Deutschen Basketball Bundes auf die eigenen Vereine runtergebrochen. Dass ein Verein am Spielbetrieb nicht teilnehmen und nur Förderung machen will, das passt nicht zu unserer Philosophie. Vielleicht bin ich da zu alt gestrickt, aber ich sehe den großen Nutzen nicht.“[1]

 

Wir finden es schlimm die Begründung für die Ablehnung unseres Ersuchens der Lokalpresse entnehmen zu müssen. Ihre Aussage, unser Verein passt nicht zum BBVR, können wir nicht nachvollziehen. Unser Engagement passt – so wie Sie sagen – nicht gut genug zu Ihrem Verband um Mitglied zu werden. Wenn es jedoch darum geht, Ihrem Verband ein Demoteam für Ihre Coach Clinic in Ingelheim zu stellen, passt es offenbar doch. Unser Engagement scheint auch dann zu Ihrem Verband zu passen, wenn es darum geht ausgefallene Trainingseinheiten in BBVR-Mitgliedsvereinen zu übernehmen, weil deren Trainer wegen rückständiger Abrechnungen streiken.

 

Ihre Äußerungen in der Allgemeinen Zeitung machen uns traurig und fassungslos. Denn sie demaskieren, dass es für die Ablehnung unseres Ersuchens keinen sachlichen Grund gibt. Sie offenbaren damit etwas, dass wir zwar vermutet aber niemals für möglich hielten: es geht bei der Entscheidung, ob ein Verein Ihrem Verband beitreten kann nicht um Engagement, nicht um Basketball, nicht um Ihre oder unsere Satzung, nicht um die seit vielen Jahren gelebte Praxis im Sportbund Rheinhessen (Betritt zum Sportbund/Fachverband) und auch nicht um die Sache im Allgemeinen. Es geht offenbar nur um persönliche Animositäten. Das ist eine traurige Erkenntnis die uns sehr enttäuscht. 

 

Wir haben unseren Verein vor knapp zwei Jahren aus einer einfachen Idee heraus gegründet: Man kann Probleme nicht so lösen wie sie entstanden sind. Diesen Grundsatz setzen wir in unserer täglichen Arbeit konsequent um. Wir haben uns entschieden neue Wege zu gehen. Unser Vereinskonzept sieht eine qualitativ hochwertige Förderung im Basketball vor, die den Trainingsteilnehmer in den Mittelpunkt unserer Bemühungen stellt. Wir möchten unsere zeitlichen und finanziellen Ressourcen lieber in die Entwicklung von Menschen investieren als in die Durchführung eines teuren und organisatorisch aufwendigen 5 gegen 5 Spielbetriebs. Wir glauben, Rheinhessen braucht nicht noch den nächsten Basketballverein, der das Gleiche tut wie alle anderen.

 

Wir möchten diesen offenen Brief zum Anlass nehmen um mit Ihnen in einen Dialog zu treten und einige Fragen zu stellen. Wir würden gerne verstehen wann es aus Ihrer Sicht gut und richtig ist, neue Ideen zu entwickeln und den Mut zu haben diese auch umzusetzen. Wir möchten verstehen was falsch daran ist einen Basketballverein zu gründen der vereinsunabhängig ein ergänzendes Training anbietet. Wir möchten verstehen, warum unsere Idee, 3 gegen 3 in Mainz zu etablieren, nicht zu Ihrem Verband passt. Wir möchten verstehen warum unsere Trainerinnen und Trainer nicht die Möglichkeit haben sollen, innerhalb des DBB Lizenzen zu erwerben, um ein qualitativ besseres Training zu ermöglichen.

 

In Ihrem Interview mit der Allgemeinen Zeitung gehen Sie auch auf die vielfältigen Probleme in der rheinhessischen Basketball-Landschaft ein und nennen dabei die DJK Nieder-Olm als Beispiel. Wenn Sie schon von Philosophie sprechen, würden wir gerne wissen was genau Ihre Philosophie – die ja gegen eine Aufnahme unseres Vereins in Ihren Verband ist – zur Lösung der Problematik in Nieder-Olm beigetragen hat. Wir vom BFM wissen jedenfalls in wessen Training der Großteil der damals gestrandeten Nieder-Olmer Jungs gekommen ist, nämlich in unseres.

 

Wir vom BFM glauben an unser Konzept und arbeiten auch weiterhin im Sinne unserer Trainingsteilnehmer an einer positiven Entwicklung unseres Vereins und der gesamten rheinhessischen Basketball-Landschaft. Ob der BBVR und somit auch der DBB ein Teil unserer Zukunft ist, wird sich zeigen. Wir sind im jedem Fall bereit dafür zu streiten. Vorzugsweise in einem persönlichen Gespräch, im Zweifelsfall aber auch bei Gericht.

 

Hochachtungsvoll

 

Der Vorstand des Basketball Förderverein Mainz
gez. Daniel Heeßel, Sidney Steinberger, Sebastian Ehrenberg

 



[1]http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/lokalsport/basketball/mainz/roland-leroux-im-bilanz-gespraech-basketball-verband-unterstuetzt-die-djk-nieder-olm_18448487.htm, abgerufen am 13.01.2018 um 13 Uhr 21